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Leichte Sprache: Was ist ein Kartell?

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Auf dieser Internetseite gibt es viel Text über "Kartelle", aber: was ist das eigentlich?

Ein Kartell ist eine Vereinbarung zwischen Anbietern um Wettbewerb zu beschränken.
Das klingt erstmal sehr komisch und kompliziert.

Das versteht man am Besten mit einem Beipiel:

Wir brauchen oder möchten viele Dinge.
Viele davon können wir nicht selber machen.
Diese Dinge müssen wir uns dann kaufen.
Wir möchten zum Beispiel (z. B.) Schokolade.
Aber nur sehr wenige Menschen haben eine Schokoladenpflanze im Garten.
Desshalb müssen wir schokolade kaufen.
Schokolade wächst in Deutschland nicht.
Schokolade - eigentlich müsste man "Kakao-Pflanze" sagen - wächst aber in Südamerika.
So sieht Schokolade aus, wenn sie noch am Baum hängt:
Foto: Kakao-Baum mit Früchten von unten in die Baumkrone fotografiert (gemeinfrei, Piekfrosch)
Südamerika ist weit weg von Deutschland.

Zum Glück gibt es Unternehmen, die in Südamerika Kakao einkaufen.
Die bringen den Kakao dann nach Deutschland.
Dann machen Sie Schokolade aus dem Kakao.

Schokolade gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten.
Es gibt z. B. Schokolade in Tafeln.
Foto: gestapelte Schokoladentafel-Stücke (CC: BY-SA André Karwath)

Und es gibt Schokolagenriegeln.
Foto: Zwei Schokoladenriegel ohne Verpackung (Scott Ehardt, gemeinfrei)

Und es gibt Schokoladenkuchen.
Foto: Österreichischer Schokokuchen (runde Form) auf Teller (gemeinfrei, AlexanderDreyer)

Oder Schokoladenkekse.
Foto: Schokoladen-Doppelkekse aufgeklappt (CC: BY-SA, Eldred)

Oder Schoko-Osterhasen.
Schoko-Osterhase (gemeinfrei, Steindy)

Viele Unternehmen machen Dinge mit oder aus Schokolade.
Und viele Menschen mögen diese Dinge mit oder aus Schokolade.

Die Menschen, die Schokolade mögen, nennt man auch Nachfrager.
Die Unternehmen, die Dinge mit Schokolade herstellen, nennt man Anbieter.
Wenn wir also beim Bäcker Schokoladenkuchen kaufen, treffen sich Anbieter und Nachfrager.

Die Nachfrager, also wir, möchten gern den Kuchen haben.
Und die Unternehmen wollen uns den Kuchen geben und dafür Geld bekommen.
Wenn das passiert, sagt man: Anbieter und Nachfrager treffen sich auf dem „Markt“.

„Markt“ ist dabei nicht unbedingt ein großer Platz in der Stadt, so wie dieser hiert:

Foto: Wochenmarkt in Berlin (CC: BY-SA, Gérard Lorenz)

„Markt“ kann auch ein Supermarkt oder eine Bäckerei sein.
Auch das Internet kann ein Marktplatz sein, denn dort kann man Sachen kaufen.
Viele Menschen kaufen im Internet z. B. Videos oder Bücher.

Wenn es auf dem Markt viele Unternehmen gibt, die Dinge mit oder aus Schokolade machen sagt man es herrscht "Wettbewerb".
Wettbewerb ist wie, wenn man mit einem Freund um die Wette läuft.
Jeder versucht, der Schnellste zu sein.
Ein anderes Wort für Wettbewerb ist "Konkurrenz".
Das kommt aus der lateinischen Sprache.
Das Wort „Konkurrenz“ bedeutet auf Deutsch auch so viel wie „zusammen Laufen“ oder eben „Wettlauf“.

Man sagt, wenn Wettbewerb herrscht, ist das gut für uns Nachfrager.
Das hat zwei Gründe.
Erstens: wir haben dann viel Auswahl.
Der eine Anbieter macht Schokolade nämlich so, der andere macht sie etwas anders.
Einmal haben wir z. B. Lust auf Schokolade mit Nüssen.
Ein anderes Mal haben wir Lust auf Vollmilch-Schokolade.
Wenn es viele Anbieter gibt, können wir uns aussuchen, welche Schokolade wir heute mögen.
Der zweite Grund ist: der Preis für die Schokolade sinkt.
Wenn es Wettbewerb gibt, gibt es teure Schokolade aber auch sehr billige Schokolade.
Es gibt also Schokolade, die sich auch Menschen leisten, die wenig Geld haben.

Für uns ist Wettbewerb also gut.
Für die Unternehmen ist Wettbewerb aber anstrengend.
Für die ist es, wie ein ganz langer Wettlauf.
Und wenn ein Wettlauf zu Ende ist, geht sofort der nächste Wettlauf los.
Wettbewerb ist also gut für die Nachfrager aber anstrengend für die Anbieter.
Foto: 400-Meter Hürdenlauf, Läufer in Nahaufnahme beim Überspringen der Hürden (CC: BY-SA Eckhard Pecher)

Anbieter versuchen daher oft, es sich einfacher zu machen.
Einige von ihnen treffen sich dann und machen einen Art „Vertrag“.
Mit diesem Vertrag wollen Sie den Wettbewerb beenden.
Man sagt zu diesem "Vertrag" auch "Absprache" oder "Vereinbarung".


Sie sagen dann z. B.:
"Lasst uns alle die Schokolade für mindestens 1 € verkaufen. Keiner von uns darf billiger sein!"
Das ist dann ein Kartell.
Man sagt, das ist eine "Preiskartell", weil es um den Preis geht.

Oder sie sagen: "Wir liefer Schokolade nur in diese Stadt und ihr liefert sie nur in der anderen Stadt."
Das ist dann auch ein Kartell.
Man sagt, das ist eine "Gebietskartell".

Oder sie sagen: "Wir machen keine neuen Schokoladensorten mehr".
Das ist auch ein Kartell.
Man sagt, das ist ein "Leistungskartell".

Oder sie sagen: "Wir verkaufen Schokolade nur vormittags".
Das ist dann auch ein Kartell.
Man sagt, das ist ein "Verkaufszeitenkartell", weil es um die Verkaufszeit geht.

Wettbewerb ist dann unmöglich.
Kartelle machen also den Wettbewerb kaputt.
So haben wir am Ende z. B. weniger Auswahl an Schokolade.
Außerdem zahlen wir mehr für die Schokolade.
Menschen, die wenig Geld haben können sich dann keine Schokolade mehr kaufen.

Also: Kartelle sind Vereinbarungen von Anbietern.
Damit soll Wettbewerb verhindert werden.

Kartelle sind also gut für die Unternehmen, aber schlecht für die Menschen.
Bei uns in Deutschland sagt man aber, dass wir Menschen sehr wichtig sind.
Die Unternehmen sind weniger wichtig als die Menschen.
Man sagt auch: "der Markt muss dem Menschen dienen".
Deshalb sagen unsere Regierung und unser Parlament: Kartelle sind verboten!
Der "Bundestag" hat desshalb ein Gesetz gegen Kartelle gemacht.
Der Bundestag ist unser Parlament (in diesem Haus in Berlin hat es seine Büros).

Foto: Detuscher Bundestag (Quelle Wikipedia, Lordnikon, gemeinfrei)

Weil sich aber nicht alle Unternehmen an diese Regel halten, gibt es das Bundeskartellamt.
Das Bundeskartellamt hat seine Büros in diesem Haus in Bonn:
Foto: Fassade des Bundeskartellamts in Bonn (gemeinfrei,

Das Bundeskartellamt ist wie eine Polizei.
Eine Polizei für Wettbewerb.
Foto: Deutsche Polizist (Hamburger Uniform) (CC: BY-SA, Daniel Schwen, abgebildete Person hat zugestimmt)

Männer und Frauen, die dort arbeiten sollen den Wettbewerb schützen.
Man sagt daher aus, dass diese Menschen "Wettbewerbshüter" sind.
Sie passen auf, dass kein Unternehmen den Wettbewerb kaputt macht.

Das Bundeskartellamt kann Unternehmen bestrafen, wenn sie ein Kartell vereinbart haben.
Diese Unternehmen halten sich dann ja nicht an die Regeln.
Das Unternehmen muss dann sehr viel Geld zahlen.

Das bekommen nicht die Menschen im Kartellamt, sondern die Bundesregierung.
Man sagt: "Das Geld fließt in den Bundeshaushalt".
Damit bezahlt die Regierung dann Sachen für die Menschen.
Mit der Strafe werden z. B. Schulen oder Krankenhäuser gebaut.
Viele Unternehmen haben Angst vor der Strafe und machen keine Kartelle.
Sie halten sich also an die Regeln.

Weil Kartelle schlecht für uns sind, haben wir also das Bundeskartellamt.
Das Bundeskartellamt hilft uns und passt auf, dass sich die Unternehmen keine Kartelle vereinbaren.
Weil es das Bundeskartellamt gibt können wir z. B. ganz viele Schokoladensorten kaufen.

Natürlich gilt das alles nicht nur für Schokolade.
Es gilt für alle Sachen, die wir kaufen wollen.
Es gilt für Autos, für Stifte, Computer und Telefone.

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