Der Konsumentenbund fodert mehr Transparenz bei den Werbeaussagen der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG (KVG). In einer Anfrage vom 7. Oktober 2011 kritisiert unser Verband die Werbeaussagen der KVG als kaum überprüfbar und verlangt Auskunft zu den tatsächlichen Berechnungsgrößen der Werbeaussage.
Der Deutsche Konsumentenbund war von einem Mitglied des Verbandes auf diesen Werbeartikel der KVG aufmerksam gemacht worden. Im Artikel "Hohe Spritpreise: Günstiger mit Bussen und Bahnen" wirbt die KVG mit verschiedenen Rechenbeispielen und betont u.A. einen Kostenvorteil für den Konsumenten und Vorteile für die Umwelt.
Unter anderem heißt es dort:
"Harleshausen, Ahnatalstraße, bis Industriepark Waldau, IKEA: 12 km
Energieressourcenverbrauch umgerechnet in l Benzin pro Person und Fahrt
ÖPNV: 0,55l - Pkw: 1,1l
Kohlendioxid in kg pro Person und Fahrt
ÖPNV: 1,2 kg – Pkw: 2,5 kg
Kosten für Pkw (nur Kraftstoff) je Monat: 69,00 Euro
Kosten für ÖPNV (Jahreskarte) je Monat: 53,75 Euro
Bedeutet: Wer mit dem Bus oder der Bahn fährt, entlastet das Klima um 1,3 kg CO2 pro Fahrt und spart im Monat 15,25 Euro"
"Ob die Angaben stimmen lässt sich nicht ohne weiteres nachvollziehen", erklärt hierzu Christine Bockamp, Vorstand des Konsumentenbunds. So werde bei den dortigen Beipielrechnungen nicht die Anzahl der Fahrten pro Monat angegeben. Die Fahrtkosten hängen in diesem Beispiel aber von der Anzahl der tatsächlichen Fahrten ab.
Weiter kritisiert der Konsumentenbund, dass die angeblichen Auswirkungen auf die Umwelt nicht anhand von tatsächlichen Verbrauchswerten der kasseler Busse und Bahnen ermittelt werden, sondern anhand von Werten, die auf einer Studie der Deutschen Bahn AG beruhen. "Ob diese Werte auch nur in der Nähe der tatsächlichen Werte in Kassel liegen, erfährt der Konsument nicht", ärgert sich Bockamp.
"ÖPNV kann sehr umweltschonend sein, wenn der Auslastungsgrad hoch ist", betont Bockamp und fügt hinzu: "Ist die Auslastung aber schlecht, sind insbesondere Busse extrem unökologische Verkehrsmittel. Ein Buspassagier sorgt dann schnell für mehr CO2-Emissionen und einen höheren Kraftstoffverbrauch je Kilometer als ein SUV-Fahrer".
Der Verband hat die KVG aufgefordert, zu verschiedenen Punkten des Werbeartikels Stellung zu nehmen und Auskunft über die tatsächlichen Verbräuche zu geben.
Bildrechtenachweis:
Rüdiger Wölk, "Kassel, Königsplatz, Straßenbahnhaltestelle", CC-BY-SA, Wikicomons.
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